800704 Study Group: Queer Theory (Grundlagen und Diffundierungen)

Sommersemester 2016 | Stand: 05.02.2024 LV auf Merkliste setzen
800704
Study Group: Queer Theory (Grundlagen und Diffundierungen)
AG 2
5
wöch.
jährlich
Deutsch

Studierende verstehen die grundlegenden Begriffe, Anliegen und kontextuellen Bedingungen der Queer Theory und können diese interdisziplinär als ‚Queer-Schnittsthema‘ aufgreifen. Sie verfügen über Werkzeuge, die sowohl der weiteren Vertiefung in heteronormativitätskritische Zugänge als auch der kritischen Reflexion alltäglicher Privilegierungs- und Diskriminierungserfahrungen und der eigenen Selbstbezüge dienen können.

Anhand von gemeinsamen close readings sollen Grundbegriffe der Queer Theorien sowie deren historischer Entstehungskontexte und Einbettungen in der feministischen Theoriebildung erarbeitet und ihre Diffundierung in gegenwärtige Diskussionen nachvollzogen werden. Im ersten Block sehen wir uns anhand von ausgewählten Kapiteln die Axiome queerer Denkfiguren an. Es soll dabei die Wirkmächtigkeit der Kategorie ‚Geschlecht’ in Überschneidung mit den Differenzkategorien Rasse, Klasse, Sexualität befragt werden, wie sie in verschiedenen Kontexten konstituiert und attribuiert wird. Die Weiterentwicklung dieser Axiome in gegenwärtiger queerer Theoriebildung zeichnen wir im zweiten Teil anhand der Themenkomplexe Männlichkeiten/Körper_Ableismus_Wahnsinn/Politiken des Sexuellen nach. Leitende Frage der Lektüren ist, inwieweit queere Denkfiguren für gegenwärtige Fragestellungen nach sozialer Teilhabe und kollektivem Handeln prägend, produktiv oder auch Perspektiven verengend sind. Auch soll in der Lehrveranstaltung der Zusammenhang zwischen Theorien und sozialen Bewegungen analysiert und die Bedeutung der Trans- und Interdisziplinarität herausgearbeitet werden.

Textlektüre, Diskussion; In den Seminarsitzungen wird auf einen Mix verschiedener Präsentationsformate zurückgegriffen: Die Teilnehmeri_nnen sollen selbständig Texte bearbeiten und in Impulsreferaten vorstellen. Diese werden um mündlich vorgetragene Kommentare oder bearbeitete Lesefragen ergänzt.  In den anschließenden Diskussionen soll eine kritische Auseinandersetzung mit den Grundlagen queerer Forschung stattfinden, bei der die zentralen Begriffe extrapoliert, kritisch gegengelesen und auf Fragen unserer Gegenwart hin kontextualisiert werden sollen.

Zwischen den Blöcken findet ein Lesekreis statt, bei dem die Texte gemeinsam gelesen und Fragestellungen erarbeitet werden, die die Diskussion in den Blöcken auf die Anliegen der Studierenden hin rahmen sollen.

Anwesenheit und Mitarbeit; Lektüre der Pflichttexte und die Bereitschaft, sich zu diesen auch in Diskussionen zu äußern; - anstelle von Referaten Moderation der Diskussion zu einem Text der Pflichtlektüre und  Vorbereitung geeigneter Diskussionsfragen (in Gruppe);  1 Lektüreprotokoll zu einem weiteren Text, das nach Ende der Lehrveranstaltung abgegeben werden soll.

Zur Einführung:

Nina Degele: Gender, Queer Studies. Paderborn: Fink 2008

Annamarie Jagose: Queer theory: Eine Einführung. Berlin: Querverlag 2001

 

Pflichtlektüre:

 

Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt/M.: Suhrkamp 201411

Angela Davis: Women, Race and Class.  N.Y.: Vintage Books 1983

Michel Foucault: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1977

Judith Jack Halberstam: ‘Butch/FTM Border Wars and the Masculine Continuum. In : Alison Bailey, Chris Cuomo (Hrsg.): The Feminist Philosophy Reader. N.Y.: McGraw-Hill 2008, S. 144-162.

bel hooks: Reconstructing black masculinities. In: Alison Bailey, Chris Cuomo (Hrsg.): The Feminist Philosophy Reader. N.Y.: McGraw-Hill 2008, S.107-123.

Lann Hornscheidt: Dyke_Trans schreiben lernen. Schreiben als feministische Praxis. In: AK Feministische Sprachpraxis (Hrsg.): Feminismus schreiben lernen. Frankfurt/M. 2011, S. 100-138

Shayda Kafai: The Mad Border Body: A Political In-Betweeness. In: Disability Studies Quarterly. Vol. 33 No. 1 (2013)

Eve Kosofsky Sedgwick: Epistemology of the Closet. Berkeley: Univ. of Cal. Press 1994

Monique Wittig: The Straight Mind and other Essays. Boston: Beacon Press 2002

Jasbir Puar: Terrorist Assemblages. Homonationalism in Queer Times. Durham/London: Duke Univ. Press 2007

Susan Wendell: Toward a Feminist Theory of Disability. In: Alison Bailey, Chris Cuomo (Hrsg.): The Feminist Philosophy Reader. N.Y.: McGraw-Hill 2008, S. 826-840.

 

OLAT: alle zu lesenden Kapitel/Textausschnitte/Aufsätze werden bis zu Semesterbeginn auf OLAT online gestellt

Interesse; Vertrautheit mit Gender- und feministischen Themen und Theoriebildung (wie in einschlägigen Grundlagen-Lehrveranstaltungen vermittelt) wäre gut, wird aber nicht zwingend vorausgesetzt!

Bei Fragen wende dich bitte an die StV Gender, Kultur und Sozialer Wandel (stv-gender-oeh@uibk.ac.at) oder an das Büro für Gleichstellung und Gender Studies (gender-studies@uibk.ac.at).

Gruppe 0
Datum Uhrzeit Ort
Do 10.03.2016
18.00 - 19.30 SR 3114 SR 3114 Barrierefrei Einführung
Fr 15.04.2016
10.00 - 17.00 UNO Saal UNO Saal Barrierefrei
Sa 16.04.2016
10.00 - 16.00 UNO Saal UNO Saal Barrierefrei
Fr 10.06.2016
10.00 - 17.00 SR 3114 SR 3114 Barrierefrei
Sa 11.06.2016
10.00 - 16.00 SR 3114 SR 3114 Barrierefrei