223022 "Im Anfang war das Wort" Grundlagen der seelsorgl. Beziehungsgestaltungen aus psychotherapeutischer Sicht
Wintersemester 2000/2001 | Stand: 30.06.2000 | LV auf Merkliste setzen223022
"Im Anfang war das Wort" Grundlagen der seelsorgl. Beziehungsgestaltungen aus psychotherapeutischer Sicht
SE 2
Block
keine Angabe
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Seelsorgerinnen und Seelsorger stehen vor der Aufgabe, das Wort Gottes, das Ausgangspunkt und zentraler Inhalt ihrer Verkündigung und ihres Tuns ist, Fleisch werden zu lassen in der Gestaltung konkreter zwischenmenschlicher Beziehungen. Die Ermöglichung und Unterstützung konstruktiver und heilender Beziehungserfahrungen zwischen den Menschen
untereinander sowie zwischen den Menschen und Gott ist eine Grundaufgabe pastoralen Handelns.
Psychotherapie als Disziplin erhebt den Anspruch, Wahrnehmungsfähigkeit, Bewußtheit, Klarheit und Handlungsfähigkeit in menschlichen Beziehungen zu fördern. Sie versucht das mit verschiedenen Mitteln und Instrumenten und vertraut dabei auf in konkreter Behandlungspraxis erworbenes Wissen um seelische und soziale Gesetzmäßigkeiten. Psychologische Konzepte seelischen Werdens und Gewordenseins (Entwicklungspsychologie), Konzepte der seelischen Stabilisierung und des Persönlichkeitsaufbaus einer Person (psychische Abwehrmuster und Charakterformationen) und Konzepte eines veränderungs- und wachstumsorientierten Beziehungshandelns (Interventionen und Beziehungsgestaltungen aus therapeutischer Sicht) stellen dabei die wesentlichen Grundpfeiler dar. Aus psychotherapeutischer Sicht sind auch die verschiedenen seelsorglichen Beziehungen diesen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Beziehungspraxis im
pastoralen Feld sollte psychotherapeutisches Basiswissen integrieren, will sie eine rein
„vertikale“ Handlungsbegründung erweitern zu einer weltoffenen und an der mitmenschlichen
Realtität orientierten praktischen Theologie.
Arbeitsmethoden im Seminar sind die Arbeit am konkreten Gruppengeschehen (unter
Einbeziehung von erlebnisorientierten und beziehungsfördernden Übungen),
Theorievermittlung und die Arbeit an Fallbeispielen. Wissensvermittlung und aktives Erleben
in der Gruppe sollen sich die Waage halten.
Angehende Seelsorgerinnen und Seelsorger sollen sensibilisiert werden, das eigene
Beziehungsverhalten sowie das der Mitmenschen besser zu verstehen und sollen mit den
Besonderheiten, Versuchungen und Gefahren „helfender Beziehungen“ vertraut werden.
Seminararbeit
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Beginn: 01.12.2000
Beginn: 01.12.2000
./., SR VI
- Katholisch-Theologische Fakultät