602016 SE Vertiefung Angewandte Ethik: Tier-Ethiken
Sommersemester 2026 | Stand: 19.11.2025 | LV auf Merkliste setzenDie Studierenden sollen die verschiedenen Formen von Gewalt gegen Tiere auf philosophisch fundierter Basis analysieren können, klassische und moderne tierethische Theorien miteinander in Bezug setzen und kritisch reflektieren können, die Idee der Rechte der Natur verstehen und ihre politisch-ethischen Konsequenzen abwägen können, ein eigenes didaktisches Konzept entwickeln können, wie die Themen Tierleid, Natur und Gerechtigkeit im Schulunterricht behandelt werden könnten, eine wissenschaftliche Arbeit oder ein kleines Lehrprojekt verfassen können, das sowohl theoretisch fundiert ist als auch praktische Implikationen berücksichtigt.
Dieses Seminar widmet sich dem Problem der strukturellen und systemischen Gewalt gegen nicht-menschliche Tiere – als ein ethisches und philosophisches Problem, das diverse Aspekte umfasst (z. B. industrielle Massentierhaltung, Tierversuche, Habitatverlust, Artensterben). Die Einführung erfolgt über die kanonischen Positionen der Tierethik, welche Tierleid philosophisch problematisieren und normativ fundieren: Wir analysieren Peter Singers utilitaristische Argumentation gegen den Speziesismus, Tom Regans deontologischen Ansatz basierend auf inhärentem Wert und Tierrechten, sowie Gary Franciones juristische Perspektive zur Abolition von Tiereigentum. Anschließend wird der theoretische Horizont erweitert durch eine Untersuchung, wie moderne Politische Theorien die Frage der Tierpolitik konzipieren. Wir diskutieren Ansätze wie Sue Donaldson und Will Kymlickas Zoopolis, welche die politische Inklusion von Tieren in ein neues Bürgerschaftsmodell denken, oder die Perspektiven von Dinesh Wadiwel zur Verflechtung von Krieg, Gewalt und dem Umgang mit Tieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der komparativen Analyse zwischen Tierrechtsphilosophien und der Strömung der Rechte der Natur (Rights of Nature) – jenen rechtsphilosophischen Konzeptionen, die Ökosystemen, Flüssen oder Landschaften einen eigenständigen moralischen und rechtlichen Status zuschreiben. Wir analysieren die normative Fundierung solcher Rechte, ihre Implikationen für die Umweltethik und Politische Philosophie und deren potenzielle pädagogische Konsequenzen. Parallel zur philosophischen Durchdringung reflektieren wir die didaktischen Implikationen für den Ethikunterricht: Wie kann eine fachdidaktisch fundierte Vermittlung in der Schule gestaltet werden, die zentrale Begriffe wie strukturelle Gewalt, Speziesismus und Naturgerechtigkeit adäquat thematisiert? Welche innovativen Lehr- und Lernformate eignen sich, um Schülerinnen und Schüler zur reflexiven, verantwortungsbewussten ethischen Urteilsbildung anzuleiten und in die Komplexität angewandter Ethik einzuführen?
Textlektüre, Diskussion, Referate (sowie filmische, literarische und künstlerische Bezüge).
Kombiniert (Referat plus SE-Arbeit).
Als Beurteilungskriterien gelten die folgenden: Aktive Teilnahme am SE; Struktur, Kohärenz und Plausibilität der Argumentation, Niveau der Reflexion, Referenzen und Kontexte, sprachlicher Stil, Formalia (Layout etc.).
Die SE-Arbeit sollte bis zum Beginn des Wintersemesters 2025/26 abgegeben werden, ansonsten können Leistungspunkte abgezogen werden.
Sue Donaldson & Will Kymlicka, Zoopolis: A Political Theory of Animal Rights (2011)
Gary Francione, Animals, Property, and the Law (1995)
Alessandro Pelizzon, Ecological Jurisprudence (2025)
Tom Regan, The Case for Animal Rights (1983)
Peter Singer, Animal Liberation (1975)
Dinesh Wadiwel, The War Against Animals (2015)
Keine.
- SDG 12 - Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen
- SDG 16 - Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen
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Gruppe 0
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| Datum | Uhrzeit | Ort | ||
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Di 03.03.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 10.03.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 17.03.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 24.03.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 14.04.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 21.04.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 28.04.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 05.05.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 12.05.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 19.05.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 26.05.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 02.06.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 09.06.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 16.06.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
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Di 23.06.2026
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12.00 - 13.30 | 4DG14 SR 4DG14 SR | ||
| Gruppe | Anmeldefrist | |
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602016-0
602016-0 |
01.02.2026 00:00 - 21.02.2026 23:59 | |
| Oberprantacher A. | ||