603625 SE Grundlagen der Erziehungswissenschaft: Vertiefung II: Diversitätsorientierte Bildung
Wintersemester 2025/2026 | Stand: 12.01.2026 | LV auf Merkliste setzenDie Studierenden erwerben die Fähigkeit, unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven auf zentrale Gegenstände der Erziehungs- und Bildungswissenschaft, insbesondere in Bezug auf Migration, Alltag, Diversität, Bildung und Erziehung, anzuwenden. Sie sind in der Lage, ausgewählte Fragestellungen aus diesen Bereichen selbstständig, kritisch und wissenschaftlich fundiert zu bearbeiten.
Darüber hinaus entwickeln sie analytische, methodische und praktische Kompetenzen, die es ihnen ermöglichen, gesellschaftliche Prozesse, mit besonderem Fokus auf Diversität, Diskriminierung und soziale Ungleichheit, zu untersuchen. Sie lernen, theoretische Erkenntnisse auf praktische Fragestellungen anzuwenden, und reflektieren ihre Positionen und Vorannahmen in Bildungsprozessen. Dies umfasst auch die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge verständlich zu kommunizieren und in interdisziplinären Kontexten zu arbeiten. Schließlich sind sie in der Lage, wissenschaftliche Erkenntnisse in praxisorientierte Konzepte und Projekte der diversitätsorientierten Bildungsarbeit zu übersetzen.
Migration, Mobilität und Diversität prägen unsere Gesellschaft zunehmend und stellen Bildung und Erziehung vor neue Perspektiven und Herausforderungen. Diversität ist alltägliche Realität. Ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, ist zentral für professionelle Bildungsarbeit.
In diesem Seminar werden Grundlagen und aktuelle Ansätze zu Diversität, Interkulturalität, Transkulturalität sowie diversitätsorientierter und transkultureller Bildungsvorstellungen vermittelt. Neben der Diskussion theoretischer Texte erarbeiten die Studierenden kleine empirische Projekte mit Praxisbezug, insbesondere zu pädagogischen Einrichtungen.
Schwerpunkte sind:
- Theorien diversitätsorientierter Bildung in einer mehrheimischen Gesellschaft
- Welche Konzepte nutzen Einrichtungen, um mit Diversität/Differenz umzugehen?
– Wie gestalten Einrichtungen Lernräume, die sich an vielfältigen Lebensrealitäten orientieren?
- Welche Methoden helfen, Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Biografien und Erfahrungen aktiv einzubeziehen?
- Welche Rolle spielt Mehrsprachigkeit im Alltag pädagogischer Einrichtungen?
- Wie können pädagogische Fachkräfte Diskriminierung im Alltag erkennen und dagegen vorgehen?
– Welche Kompetenzen brauchen Pädagog:innen für eine diversitätsorientierte Praxis?
Lektüre und Analyse theoretischer Texte, Durchführung kleiner, qualitativ orientierter empirischer Studien vor Ort, gemeinsame Auswertung der Ergebnisse, Diskussion und theoretische Reflexion
Lehrveranstaltung mit immanentem Prüfungscharakter. Voraussetzungen sind die Lektüre der Literatur, die Bearbeitung von Leseaufgaben sowie mündliche und schriftliche Beiträge der Studierenden. Prüfungsleistungen bestehen aus schriftlichen und mündlichen Reflexionen.
Literatur zur Einführung:
Mark Terkessidis (2011): Interkultur. Frankfurt am Main.
Erol Yildiz/Wolfgang Meixner (2021): Nach der Heimat. Ideen für eine mehrheimische Gesellschaft. Reclambuch. Stuttgart.
Weitere Literatur wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben.
- Interdisziplinäres und zusätzliches Angebot
- Fakultät für Bildungswissenschaften
- SDG 5 - Geschlechtergleichstellung: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen
- SDG 10 - Weniger Ungleichheiten: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern
- SDG 16 - Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen