603851 SE Biographie und Subjekt in der (Post)Migrationsgesellschaft
Sommersemester 2026 | Stand: 14.12.2025 | LV auf Merkliste setzenDie Studierenden sind in der Lage, ihr erworbenes Fachwissen zu Migration, Biografie und Subjekt systematisch anzuwenden sowie unterschiedliche theoretische Konzepte, Ansätze und Begriffsverständnisse kritisch miteinander zu vergleichen. Zudem können sie zentrale Theorien und Modelle in ihren jeweiligen historischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Kontexten verorten und deren Erkenntnispotenziale sowie Begrenzungen reflektieren.
Darüber hinaus entwickeln sie ein reflexives Verständnis gesellschaftlicher Verhältnisse in der (Post-)Migrationsgesellschaft. Sie erwerben die Fähigkeit, Bedingungen, Formen und Konsequenzen von Biographisierungs- und Subjektivierungsprozessen analytisch zu erfassen und diese im Hinblick auf Machtverhältnisse, Ungleichheiten, Zugehörigkeiten und Ausschlüsse zu beurteilen. Dieses Wissen können sie auf pädagogische Kontexte und Handlungssituationen beziehen und für die Analyse und Gestaltung von Bildungs- und Lernprozessen nutzen.
Die Studierenden setzen sich zudem kritisch mit postmigrantischen Perspektiven, Ideen und theoretischen Ansätzen auseinander. Sie sind in der Lage, daraus bildungstheoretische sowie bildungspraktische Konsequenzen abzuleiten und diese im Hinblick auf pädagogische Praxis, Institutionen und Professionalisierung zu diskutieren. Auf dieser Grundlage können sie eigenständig wissenschaftlich relevante Fragestellungen entwickeln, Forschungsfragen präzisieren und Ansatzpunkte für weiterführende empirische oder theoretische Untersuchungen formulieren.
In dem Seminar werden die Bedingungen, Formen und Konsequenzen von Biographisierungs- und Subjektivierungsprozessen aus überwiegend postmigrantischer Perspektive thematisiert. Untersucht wird, wie individuelle Lebensverläufe, Selbstdeutungen und Subjektpositionen in gesellschaftlichen Macht-, Ungleichheits- und Zugehörigkeitsverhältnissen entstehen, ausgehandelt und verändert werden. Ein besonderer Fokus liegt auf gesellschaftlichen und individuellen Verortungsstrategien, mit denen Menschen auf migrationsgesellschaftliche Zuschreibungen, Erwartungen und Normalitätsvorstellungen reagieren.
Das Seminar setzt sich inhaltlich mit biographie- und subjektorientierten Ansätzen auseinander und diskutiert deren Bedeutung für das Verständnis von Migration, Bildung und sozialer Ungleichheit. Weitere zentrale Themen sind Mehrfachzugehörigkeiten, transkulturelle Perspektiven sowie postmigrantische Theorieansätze, die dominante migrationsbezogene Deutungsmuster hinterfragen und neue Sichtweisen auf Gesellschaft, Bildung und Subjektivität eröffnen. Dabei werden Prozesse der Zuschreibung, Selbstpositionierung und Aushandlung von Biografien ebenso betrachtet wie Fragen nach Anerkennung, Differenz und Macht.
Die theoretischen Perspektiven werden anhand konkreter Fallbeispiele auf unterschiedliche Lebensphasen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – sowie auf verschiedene pädagogische Handlungsfelder bezogen. Anhand dieser Beispiele wird erörtert, wie Biographisierungs- und Subjektivierungsprozesse in pädagogischen Kontexten wirksam werden und welche Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten sich daraus für die pädagogische Praxis ergeben. Konventionelle, häufig essenzialisierende Identitätskonzepte werden kritisch reflektiert, ihre Grenzen aufgezeigt und alternative, prozessuale und relationale Verständnisse von Lebensentwurf und Subjektivität gemeinsam erarbeitet und diskutiert.
Inputs durch den Dozenten, Lesen und Analysieren ausgewählter Texte, schriftliche und mündliche Beiträge von Studierenden.
Die Studierenden haben die Möglichkeit, kleine empirische Studien zu erstellen.
Blended Learning
Es handelt sich um eine Lehrveranstaltung mit immanentem Prüfungscharakter. Die Beurteilung erfolgt aufgrund von schriftlichen und mündlichen Beiträgen der Studierenden.
Detaillierte Informationen bekommen Sie in der ersten Veranstaltung.
Die Literatur wird in der LV bekannt gegeben.
erol.yildiz@uibk.ac.at
- SDG 4 - Hochwertige Bildung: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern
- SDG 11 - Nachhaltige Städte und Gemeinden: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten
| Gruppe | Anmeldefrist | |
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603851-0
603851-0 |
01.02.2026 00:00 - 21.02.2026 23:59 | |
| Yildiz E. | ||