604712 UE Spezialisierender Sprachkurs: Aramäisch II: Sprachproben aus drei Jahrtausenden

Sommersemester 2026 | Stand: 25.11.2025 LV auf Merkliste setzen
604712
UE Spezialisierender Sprachkurs: Aramäisch II: Sprachproben aus drei Jahrtausenden
UE 2
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wöch.
jährlich
Deutsch

Die Studierenden sind in der Lage grundlegende Strukturen des klassischen Aramäischen zu verstehen, einfache Texte mit Hilfsmitteln zu lesen und zu übersetzen und das Aramäische sprachhistorisch einzuordnen.

Aramäisch ist die erste Weltsprache und einzige semitische Sprache mit einer über 3000-jährigen, ununterbrochenen Geschichte. Die Lehrveranstaltung bietet eine Einführung in das klassische Aramäisch der Achämenidenzeit, das sogenannte Reichsaramäisch (Imperial Aramaic), welches zwischen dem 6. und 3. Jahrhundert v.u.Z. als überregionale Verwaltungs- und Verkehrssprache verwendet wurde.

Aramäisch gehört zur nordwest-semitischen Sprachgruppe innerhalb der afroasiatischen Sprachfamilie, zu der auch Hebräisch, Ugaritisch und Phönizisch zählen. Aufgrund seiner langen schriftlichen Überlieferung und seiner politischen wie kulturellen Bedeutung nimmt das Aramäische eine herausragende Stellung unter den semitischen Sprachen ein.

Bereits ab dem 8. Jahrhundert v.u.Z. wurde Aramäisch von den Assyrern und Israeliten als Diplomatensprache verwendet und ist auf zahlreichen zweisprachigen Inschriften (Bilinguen) belegt. Mit dem Aufstieg des Achämenidenreichs im 6. Jahrhundert v.u.Z. wurde es zur offiziellen Verkehrs- und Verwaltungssprache eines riesigen Gebietes – von Ägypten bis Indien –, vergleichbar mit der Rolle des Englischen in der heutigen Welt. In diesem Kontext kann Aramäisch als die erste „Weltsprache“ gelten, deren Verbreitung bis in den Süden der Arabischen Halbinsel reichte.

Aramäisch war zudem die Muttersprache Jesu und blieb über viele Jahrhunderte hinweg in Gebrauch. Erst mit der islamischen Expansion verlor es seine Funktion als weit verbreitete Kommunikationssprache. Dennoch wird es bis heute von Minderheiten in Syrien, der Türkei, im Iran und im Irak gesprochen.

Für Semitisten, Bibelwissenschaftler und Altorientalisten ist Aramäisch eine unverzichtbare Sprache.

Hinweis: Grundkenntnisse des hebräischen/aramäischen Alphabets oder die Bereitschaft, sich dieses selbstständig anzueignen, sind von Vorteil. Die Grammatik wird anhand von Originalquellen wie Inschriften, Papyri aus Mesopotamien und der jüdischen Gemeinde von Elephantine, dem Ahikarroman, Qumrantexten sowie dem biblischen Aramäisch erarbeitet.

Unterricht mit Power-Point. Die Unterlagen werden auf OLAT eingestellt.

Schriftlich.

Vollständige Literaturliste wird verteilt.

Rosenthal, Franz: A Grammar of Biblical Aramaic. With an index of Biblical Citations Compiled by Daniel M. Gurtner, 2006 (7th edition)

Kenntnisse einer semitischen Sprache und/oder Grundkenntnisse des hebräischen/aramäischen Alphabets oder die Bereitschaft, sich dieses selbstständig anzueignen, sind von Vorteil.

Grundkenntnisse des hebräisch-aramäischen Alphabets oder die Bereitschaft, sich dieses selbstständig anzueignen, sind von Vorteil.

siehe Termine
Gruppe 0
Datum Uhrzeit Ort
Di 03.03.2026
12.00 - 13.30 40432 UR 40432 UR Barrierefrei
Di 10.03.2026
12.00 - 13.30 40432 UR 40432 UR Barrierefrei
Di 17.03.2026
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Di 24.03.2026
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Di 14.04.2026
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Di 21.04.2026
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Di 28.04.2026
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Di 05.05.2026
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Di 12.05.2026
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Di 19.05.2026
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Di 26.05.2026
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Di 02.06.2026
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Di 09.06.2026
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Di 16.06.2026
12.00 - 13.30 40432 UR 40432 UR Barrierefrei
Di 23.06.2026
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Gruppe Anmeldefrist
01.02.2026 00:00 - 21.02.2026 23:59
Schattner-Rieser U.