640035 VU Klassiker lesen: Fernand Braudel und die Idee der longue durée im Mittelmeerraum
Sommersemester 2026 | Stand: 30.11.2025 | LV auf Merkliste setzenDie Studierenden haben Einblick in die Geschichte der Geschichtswissenschaften, vor dem Hintergrund des globalen Diskurses über Geschichtstheorien. Sie können aktuelle Theorien- und Methodendiskussionen mit vorangegangenen historischen und transdisziplinären Debatten vernetzen. Sie können Fragen zu den Geschlechterverhältnissen und ihrer Bedeutungen erläutern und kritisch reflektieren.
Auseinandersetzung mit Klassikern der Geschichtswissenschaft und benachbarter Disziplinen sowie aktueller Debatten; Umgang mit historiografischen Texten und Einblick in unterschiedliche Geschichtskonzeptionen.
Fernand Braudel (1902–1986) gilt – nach Marc Bloch und Lucien Febvre – als zentrale Figur der zweiten Generation der Annales-Schule und als einer der einflussreichsten Historiker des 20. Jahrhunderts. Mit seinem monumentalen dreibändigen Werk über das Mittelmeer in der Epoche Philipps II. prägte er maßgeblich den Begriff der longue durée, einer Geschichtsschreibung, die langfristige Strukturen über Ereignisgeschichte stellt.
Der Kurs führt in Braudels theoretische Ansätze ein, diskutiert Schlüsselbegriffe der Annales-Schule und reflektiert kritisch deren Bedeutung für die moderne Geschichtswissenschaft. Ein besonderer Fokus liegt auf der Anwendung von Braudels Konzepten auf den antiken Mittelmeerraum: Welche wirtschaftlichen, sozialen, geografischen und klimatischen Strukturen wirkten langfristig? Wie verändern sich historische Perspektiven, wenn man Ereignisse in größere zeitliche und räumliche Zusammenhänge stellt?
Einführender Vortrag, gemeinsame Lektüre und Diskussion ausgewählter Passagen aus Braudels Werken.
Präsentation der Lektüreergebnisse, schriftlicher Essay.
Wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
Grundlegend: Fernand Braudel, Die Welt des Mittelmeeres: Zur Geschichte und Geographie kultureller Lebensformen (2006).
- Fakultät für LehrerInnenbildung
- Philosophisch-Historische Fakultät
- SDG 4 - Hochwertige Bildung: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern
- SDG 5 - Geschlechtergleichstellung: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen