645202 EX Historische Exkursion: Blickfeld Südosteuropa: Batschka-Banat-Siebenbürgen
Sommersemester 2026 | Stand: 07.01.2026 | LV auf Merkliste setzenUniv.-Prof. Dr. Jörg Schwarz Univ.-Prof. Dr. Jörg Schwarz, +43 512 507 43207
Erwerb von Kenntnissen über die Formen historischer Zurschaustellung und der Kompetenzen, historische Zusammenhänge vor Ort zu präsentieren und Darstellungsformen zu dekonstruieren
Spätestens mit der überaus blutigen Eroberung von Budapest 1686 konnte die habsburgische Politik in diesem südosteuropäischen Raum schrittweise Fuß fassen. Die Doppelhochzeit von Wien 1515 und die Schlacht von Mohács 1526 hatten zunächst nur einen Möglichkeitsraum für die Herrschaft der Habsburger in diesem Teil Europas eröffnet, der jetzt realpolitisch umgesetzt werden konnte. Aber schon wesentlich früher waren die Batschka, der Banat und Siebenbürgen auf vielfältige Weise in das europäische Machtgefüge eingebunden, sei es durch die Ansiedlung der ‚Sachsen‘ im mittelalterlichen Ungarn und das Entstehen von bedeutenden Städten wie Hermannstadt, Kronstadt oder Schäßburg, oder das darauf gründende Handels- und Kommunikationsnetzwerk mit seinen Verbindungen bis weit in den byzantinischen, später osmanischen Raum. Die kontinuierliche Expansion des Osmanischen Reiches seit dem 14. Jahrhundert bedeutete dabei nicht nur ein kriegerisches Ringen um die Beherrschung Südosteuropas, sondern auch einen intensiven kulturellen Austausch, verbunden mit gewissen Freiräumen, die sich etwa die siebenbürgischen Städte zu Nutze machen wussten.
Heute ist dieser Teil Südosteuropas – Serbien (noch) ausgenommen – mehr oder weniger gut in die Europäische Union integriert. Bei politischen wie gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen spielen hingegen vielfach Ereignisse, die lange in der Zeit zurückliegen, eine nach wie vor entscheidende Rolle, die oftmals aus zentraleuropäischer Perspektive nicht genug wahrgenommen wird; Etwa, wenn es um Fragen der Identität, territoriale Ansprüche oder Zugehörigkeiten geht. Zugleich ist diesem Raum, ungeachtet aller ethnischen Säuberungen des 20. Jahrhunderts immer noch eine erstaunliche, aus der Vormodene stammende, sprachliche, kulturelle wie religiöse und konfessionelle Vielfalt eigen, die ihresgleichen in Europa such.
Die politisch-territoriale Entwicklung dieser Räume stehen bei der Exkursion ebenso im Fokus wie die Diskussion historisch-kultureller Verflechtungs- und Austauschprozesse, die Bedeutung des kulturellen Gedächtnisses für das Heute oder der aktuelle Umgang mit einer nicht immer ‚passgenauen‘ Vergangenheit in der Öffentlichkeit als Teil einer Geschichtspolitik.
wird in der EX-UE bekannt gegeben
Positiv absolviertes Pflichtmodul 1
vorläufiger (!) Termin: 18.-29. September (Dauer 10 Tage). Details (genaue Dauer, Route, Kosten etc.) werden bei der Vorbesprechung bekannt gegeben!
- Wahlpakete
- Fakultät für LehrerInnenbildung
- Philosophisch-Historische Fakultät
- SDG 4 - Hochwertige Bildung: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern
- SDG 9 - Industrie, Innovation und Infrastruktur: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
- SDG 11 - Nachhaltige Städte und Gemeinden: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten
- SDG 16 - Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen
| Gruppe | Anmeldefrist | |
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645202-0
645202-0 |
01.02.2026 00:00 - 21.02.2026 23:59 | |
| Scharr K., Schwarz J. | ||