645604 EX Europäische Ethnologie I: Alte Häuser zeigen, neue Fragen stellen? Exkursion ins Salzburger Freilichtmuseum
Sommersemester 2026 | Stand: 09.01.2026 | LV auf Merkliste setzen- Die Studierenden lernen ein innovativen und wissenschaftlich geführtes Freilichtmuseum kennen.
- Die Studierenden erhalten Einblick in die Herausforderungen aktueller kulturwissenschaftlicher Museumsarbeit.
- Die Studierenden reflektieren eigene Positionen zum populären Museumstyp "Freilichtmuseen" vor dem Hintergrund ihrer kulturwissenschaftlichen Analyse.
Freilichtmuseen gehören zu den beliebtesten Museumstypen überhaupt. Sie sind zudem genuin europäisch-ethnologisch/empirisch-kulturwissenschaftlich/volkskundlich bezüglich Entstehungsgeschichte, wissenschaftlicher Reflexion und museumspädagogischen Angeboten. Als Museen, die sich dem Erhalt, der Erforschung und der Ausstellung von ländlichem Wohnen und Arbeiten widmen, stehen sie in Spannungsfeldern unterschiedlicher Aufgaben und Anforderungen. Einerseits sind sie kunden- und marktorientierte Bildungsorte, andererseits aber auch Institutionen mit wissenschaftlichem Sammlungs- und Forschungsauftrag.
Die Exkursion befasst sich mit aktuellen Fragen rund um das dynamische Feld "Freilichtmuseum". So thematisieren wir Strategien der "Vergegenwärtigung" von Geschichte und die variablen Bedürfnisse von Besuchenden. Zugleich fragen wir nach gegenwärtigen museumsdidaktische Herausforderungen, die damit zusammenhängen, dass die in Freilichtmuseen ausgestellte Alltagswelt zunehmend aus dem aktiven Wissen der Besucher:innen verschwindet.
Die Intensiv-Exkursion hat den Besuch des Salzburger Freilichtmuseums zum Ziel (https://www.freilichtmuseum.com/). Gegründet 1984 mit den Zielen eines kollektiven Gedächtnisses und der Bewahrung baukultureller Zeugnisse, stehen heute über 100 Bauwerke aus allen Teiles des Landes Salzburg im Museum, die von jährlich 100.000 Menschen besucht werden.
Wir werden das Freilichtmuseum zuerst in Kleingruppen und geleitet von verschiedenen thematischen Perspektiven/Themen besuchen, und werden am Nachmittag dann von den Museumsverantwortlichen empfangen. Dabei erhalten wir Einblick "hinter die Kulissen" und tauschen uns auf über den Stellenwert der Wissenschaft, über die spezifische Attraktivität von Freilichtmuseen und über Fragen von Werbung und Marketing in einem wissenschaftlichen Museum. Leitend ist immer die Frage nach den Herausforderungen kulturwissenschaftlich-alltagskultureller Museen in der Gegenwart.
Am Vormittag werden die Studierenden vier thematische Vertiefungen (in Gruppen) präsentieren. Dies wird direkt an sinnvollen Orten, in speziellen Museums-Häusern und/oder unter Einbezug von Objekten geschehen. Die Vorbereitung dieser Vertiefungen geschieht durch vertiefende Lektüre bereitgestellter Texte.
Anwesenheit, Mitarbeit und Mitdenken am Exkursions-Tag selbst. Teilnahme an der Vorbesprechung.
Vorbereitung und Präsentation einer Vertiefung zu einem Thema direkt vor Ort im Museum (einzeln oder in Kleingruppen). Zur Vorbereitung steht spezifische Literatur (als Scan) auf OLAT zur Verfügung. Die vorbereitende Lektüre dieser Texte wird erwartet.
Als schriftlicher Leistungsnachweis ist ein thematischer Essay von ca. 5 Seiten zu verfassen und nach der Exkursion einzureichen. Dieser Essay richtet sich auf einen selbstgewählten Aspekt der Exkursion, er fokussiert zum Beispiel auf den thematischen Input oder vertieft ein persönlich interessierendes Thema aus dem Besuch des Salzburger Freilichtmuseums. Die Studierenden sind bei der Wahl des Essaythemas weitgehend frei. Der Essay selber ist ein wissenschaftliches Textgenre, das reflektierend, abwägend oder polemisch, argumentierend und bilanzierend verfährt.
Zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis kann ein notenrelevantes Gespräch zur eingereichten schriftlichen Arbeit erfolgen.
Wird bekanntgegeben, als Einführung in Museum und Ort lohnenswert:
Weese, Michael (Hg.): Das behauste Leben. Erinnerungsort Salzburger Freilichtmuseum. Salzburg 2023.
Die Teilnahme steht allen Studierenden offen, die sich für Fragen kulturwissenschaftlicher Museen interessieren.
Die Exkursion kann auch von BA-Studierenden der Europäischen Ethnologie/Empirischen Kulturwissenschaft besucht und danach in einem der Module des Wahlbereichs anerkannt werden.
Der Eintritt ins Salzburger Freilichtmuseum ist für die Exkursionsgruppe kostenlos. Es entstehen also lediglich Kosten für die Fahrt und für die Verpflegung während des Tages. Dabei kann etwas mitgebracht werden oder es bestehen Möglichkeiten für einfache Speisen oder eine Mittagsjause im Museumsgelände.
21.04.2026, 13:45 - 15:15 Uhr (Vorbesprechung), Besprechungsraum der Ekw, Zi. 40726, 7. Stock
- SDG 4 - Hochwertige Bildung: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern
- SDG 9 - Industrie, Innovation und Infrastruktur: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
- SDG 11 - Nachhaltige Städte und Gemeinden: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten
- SDG 15 - Leben an Land: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen
| Gruppe | Anmeldefrist | |
|---|---|---|
|
645604-0
645604-0 |
01.02.2026 00:00 - 21.02.2026 23:59 | |
| Kuhn K. | ||