718601 UE Nachweis und Identifizierung von Phytopathogenen
Wintersemester 2026/2027 | Stand: 01.07.2026 | LV auf Merkliste setzenUniv.-Prof. Mag. Dr. Sigrid Neuhauser Univ.-Prof. Mag. Dr. Sigrid Neuhauser, +43 512 507 51259
Die Studierenden sind in der Lage, durch praktische Versuche die Zusammenhänge zwischen Krankheitsphänotyp, Persistenz, Prävalenz und Abundanz von phytopathogenen Mikroorganismen sowie deren direkten und indirekten Einfluss auf das Ökosystem und den
Menschen herzustellen. Dadurch können sie komplexe Zusammenhänge zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und ihrer gemeinsamen Umwelt erkennen und ihre Rolle in Bezug auf Nahrungssicherheit verstehen.
Das Praktikum vermittelt grundlegende und fortgeschrittene Methoden zur Untersuchung pflanzenpathogener Pilze. Im Fokus stehen experimentelle Ansätze zur Isolierung, Identifizierung und Charakterisierung von Pathogenen sowie die Analyse ihres Verhaltens unter variierenden Umweltbedingungen. Die Studierenden erwerben praktische Kompetenzen in der Diagnostik, Lebensmittelhygiene und phytopathologischen Forschung.
Thematische Schwerpunkte (Themen können variieren):
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Koch-Henle-Postulat und Pathogenitätsnachweis
- Anwendung der Koch’schen Postulate zur Verifizierung phytopathogener Pilze.
- Experimentelle Schritte: Isolierung aus infiziertem Pflanzenmaterial, Reinfektion gesunder Wirte, Reisolierung und morphologische/genetische Bestimmung der Erreger.
- Untersuchung der Wirtsspezifität: Vergleich des Infektionsverlaufs auf verschiedenen Pflanzenarten.
-
Einfluss von Umweltparametern auf das Wachstum von Pilzen und pilzähnlichen Protisten.
- Systematische Analyse der Auswirkungen abiotischer Faktoren auf phytopathogene Pilze, zum Beispiel:
- Temperatur: Wachstumskurven bei unterschiedlichen Inkubationstemperaturen.
- Licht: Einfluss von Lichtqualität (Wellenlänge) und -quantität (Photoperiode).
- Osmotischer Stress: Wachstum unter variierenden Salz- oder Zucker-Konzentrationen (z. B. NaCl, Saccharose).
- Pflanzenschutzmittel: Testung fungizider Wirkstoffe (Dosis-Wirkungs-Beziehungen).
- Quantifizierung von Wachstumsraten (Koloniedurchmesser, Biomasse) im Vergleich zu Kontrollbedingungen.
- Systematische Analyse der Auswirkungen abiotischer Faktoren auf phytopathogene Pilze, zum Beispiel:
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Isolierung von Endo- und Epiphyten
- Methoden zur Differenzierung von Pilzen in/auf Pflanzengeweben:
- Endophyten: Oberflächensterilisation, Gewebehomogenisierung, selektive Kultivierung.
- Epiphyten: Abklatschverfahren, Waschmethoden, Mikroskopie.
- obligat biotrophe Pathogene: Co-kultivierung mit dem Wirt.
- Identifizierung isolierter Stämme mittels morphologischer Merkmale und molekularbiologischer Techniken (z. B. PCR, Sequenzierung).
- Methoden zur Differenzierung von Pilzen in/auf Pflanzengeweben:
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Lebensmittelhygiene und Phytopathologie
- Qualitätskontrolle pflanzlicher Lebensmittel: Analyse fertig verpackter Produkte (z. B. Salate, Obst, Getreide) auf:
- Pilzliche Kontaminationen (Schimmel, Hefen).
- Mykotoxin-Belastung (z. B. Aflatoxine, Ochratoxin A) mittels Schnelltests oder ELISA.
- Hygienestatus: Keimzahlbestimmung, Nachweis pathogener Pilze (z. B. Fusarium, Aspergillus).
- Diskussion von Präventionsstrategien (Lagerung, Verarbeitung, HACCP-Konzepte).
- Qualitätskontrolle pflanzlicher Lebensmittel: Analyse fertig verpackter Produkte (z. B. Salate, Obst, Getreide) auf:
Das Praktikum kombiniert klassische mikrobiologische Techniken mit modernen analytischen Verfahren. Die Studierenden arbeiten alleine oder in Kleingruppen und dokumentieren ihre Ergebnisse in Protokollen.
Praktische Techniken:
- Kultivierung und Isolierung:
- Anzucht von Pilzen auf Nährmedien (z. B. PDA, MEA, Selektivnährmedien).
- Oberflächensterilisation von Pflanzenmaterial (z. B. mit Ethanol, Natriumhypochlorit).
- Reinkulturtechniken (Ausstrich, Verdünnungsreihe, Einzelsporenisolation).
- Variation von Temperatur- und Lichtbedingungen.
- Osmotische Stressversuche (modifizierte Nährmedien).
- Tests auf den Einfluss von Fungiziden und Pestizid auf Mikroorganismen.
- Mikroskopie:
- Lichtmikroskopie inkl Färbetechniken
- Identifizierung anhand morphologischer Merkmale (Konidien, Hyphen, Fruchtkörper).
- Molekularbiologie:
- DNA-Extraktion aus Pilzmyzel.
- PCR-Amplifikation ausgewählter Gene .
- Routineanalytik:
- Keimzahlbestimmung (Plattengussverfahren, Spatelverfahren).
- Mykotoxin-Schnelltests (Lateral-Flow-Immunoassays).
- Sensorische und mikrobiologische Qualitätsbewertung.
Datenanalyse:
- Statistische Analyse von Wachstumsdaten
- Interpretation von Sequenzdaten
- Wissenschaftliches Protokollieren (Versuchsaufbau, Ergebnisse, Diskussion).
- Präsentationstechniken .
- kritische Diskussion von Ergebnissen.
Immanent und Abschlussarbeit
Wird bekanntegegeben
keine
Allgemeine Vorbesprechung: 05.10.2026 um 08:15 Uhr, SR Biologie
Die Teilnahme an der Allgemeinen Vorbesprechung ist verpflichtend (Anwesenheit oder Vertretung). Plätze werden im Rahmen der Allgemeinen Vorbesprechung vergeben.
Vorbesprechung Wahlmodul: Die Vorbesprechung für dieses Wahlmodul findet am 05.10.26 von 14:15-14:45 Uhr im SR Biologie statt. Die Teilnahme an der Vorbesprechung (Anwesenheit oder Vertretung) ist für Studierende des Wahlmoduls verpflichtend.
Eine Teilnahme ist nur in Verbindung mit VU 718600 möglich.
- SDG 2 - Kein Hunger: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
- SDG 3 - Gesundheit und Wohlergehen: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern
- SDG 4 - Hochwertige Bildung: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern
- SDG 6 - Sauberes Wasser und Sanitärversorgung: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
- SDG 9 - Industrie, Innovation und Infrastruktur: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
- SDG 12 - Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen
- SDG 15 - Leben an Land: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen