720209 SE Qualitative Forschungsmethoden

Sommersemester 2026 | Stand: 26.11.2025 LV auf Merkliste setzen
720209
SE Qualitative Forschungsmethoden
SE 2
5
wöch.
semestral
Deutsch

Qualitative Forschung im Allgemeinen und ein ethnopsychoanalytisches Forschungsgespräch im Spezifischen können als eine Reise nach „Inner-Afrika“ (Freud, zitiert nach Jones 1960, Bd. 1, S. 156) verstanden werden, da sie eine einzigartige Erfahrung mit dem inneren und äußeren Unbekannten und Fremden ermöglichen. Je näher sich der*die Forscher*in zum Forschungsgegenstand hinbewegt, desto vielfältiger, verwobener und geheimnisvoller zeigt er sich ihr*ihm. In Beziehung dazu entstehen Gegenübertragungsphänomene, die von Irritation, Angst, Unbehagen bis hin zu Faszination, Bann oder Idealisierung reichen können.

Die Analyse der Gegenübertragung und deren Verbindung mit dem Forschungsgegenstand können zu weitreichenden Erkenntnissen hinsichtlich des Forschungsinteresses führen. Daher wird ein Hauptaugenmerk auf die Subjektivität und die „Nicht-Neutralität“ der*des Forscher*in im Forschungsfeld gelegt und deren Wirkung im gesamten Forschungsprozess beleuchtet.

Eine genaue und praktische Anleitung von qualitativ-ethnopsychoanalytischer Interviewdurchführung wird im Speziellen dargeboten.

Bestimmung des Forschungsinteresses, Erarbeitung des Interviewleitfadens, Führung eines Forschungstagebuchs, Kontaktaufnahme mit Interviewpartner*innen, Umgang mit der „Recorder-Angst“, Bearbeitung und Anonymisierung des Transkripts uvm.

- Die Studierenden erhalten eine Einführung in die qualitativ-ethnopsychoanalytische Forschungsmethodik und verfügen über profunde Kenntnisse zur Erhebung und Auswertung des Forschungsmaterials

- Wissen über das ethnopsychoanalytische Forschungsgespräch, aber auch über Biografische Interviews und Experteninterviews

- Fähigkeit der Analyse und Verwendung eigener Gegenübertragungsphänomene (Angst, Fremdheit, Irritation) in Bezug auf das Forschungsmaterial

- Einblick in die ethnopsychoanalytische Literatur

- Kennenlernen weiterer psychoanalytischer Grundregeln, die in der qualitativen Forschungsmethodik zum Einsatz kommen wie z. B. die gleichschwebende Aufmerksamkeit als „Technik des Zuhörens“, Agieren, Festlegung des „Rahmens als Forschungsbühne“, Bedeutung der Subjektivität (n=1) uvm.

- Praktische Erfahrung durch eigene Interviewdurchführung

Zunächst werden die wichtigsten Paradigmen der qualitativ-ethnopsychoanalytischen Forschungsmethode vorgestellt. In dieser einleitenden Phase werden Texte zur häuslichen Vor- und Nacharbeit des Seminarinhaltes gelesen. Filmmaterial bereichert die Wissensvermittlung. Anschließend werden die zwei grundlegenden Felder der qualitativen Methodik – die Datenerhebung und die Datenauswertung – detaillierter erörtert. Anhand von Beispielen aus zwei Monografien der Lektorin, die ethnopsychoanalytisch-biografische Interviews und Experteninterviews beinhalten, werden die vielschichtigen Strukturen der Interviewführung beginnend mit der Eruierung des Erkenntnisinteresses über die Erarbeitung des Leitfadens bis hin zum hermeneutisch-szenischen Verstehen des autorisierten Transkripts ausarbeitet. Die Studierenden werden angeleitet, ein kurzes qualitatives Interview durchzuführen und von Beginn an Aufzeichnungen in ein Forschungstagebuch zu tätigen, um die Gegenübertragungsphänomene zu dokumentieren und zu analysieren. Feedback zu den Interviews.

Engagement der Studierenden, schriftliche Darstellung des Prozesses der Interviewdurchführung und die hermeneutische Ausarbeitung des ethnopsychoanalytischen Forschungsgespräches, des biografischen Interviews oder des Experteninterviews. Wissenschaftliche Qualität der schriftlichen Arbeit.

wir in der LV bekanntgegeben

siehe Termine
Gruppe Anmeldefrist
01.02.2026 00:00 - 21.02.2026 23:59
Hinweis:

Sie müssen für jede Lehrveranstaltung dieses Bereichs Ihre Präferenz abgeben!!

Aufgrund der Präferenzvergabe wird eine möglichst gerechte Verteilung per Zufall unter der Berücksichtigung Ihrer Präferenzen gewährleistet!

Überprüfen Sie unbedingt Ihre Anmeldung in LFU:online. Alle Prüfungen, die bis zum Ende der Anmeldefrist elektronisch erfasst worden sind, werden automatisch bei der Seminarplatzvergabe berücksichtigt.

Ausführliches können Sie auf unserer Homepage nachlesen.

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Spätestens im Laufe des 23.02.2026 finden Sie Ihre bearbeiteten Anmeldungen in LFU:online im Bereich "meine LV Anmeldungen".

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