800640 SE Kritische Liebesstudien

Wintersemester 2026/2027 | Stand: 25.06.2026 LV auf Merkliste setzen
800640
SE Kritische Liebesstudien
SE 2
5
Block
jährlich
Englisch

Die Studierenden sollen nach Absolvierung der LV in der Lage sein:

Ein vertieftes Verständnis von Liebe als sozial und historisch konstruiertem Phänomen zu entwickeln und ihre Verflechtungen mit kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen zu analysieren.

Untersuchen, wie Liebe durch verschiedene Formen sozialer Ungleichheit – einschließlich Geschlecht, Sexualität, Rasse und Klasse – beeinflusst wird und diese zugleich verstärkt.

Interdisziplinäre Texte aus Philosophie, Soziologie, Psychologie und Geschichte kritisch zu lesen und unterschiedliche theoretische Perspektiven auf die Analyse von Liebe anzuwenden.

Ihre analytischen und kommunikativen Fähigkeiten zu verbessern, indem sie sich an Diskussionen beteiligen, kritische Essays verfassen und eigene Forschungsideen entwickeln.

Dieser Kurs hinterfragt die moderne, oft heteronormative Vorstellung von Liebe als reine Romantik und untersucht ihre historischen, kulturellen, ökonomischen und politischen Dimensionen. Er analysiert die Verflechtungen von Liebe mit Macht, Arbeit, Geschlecht, Sexualität, Rasse und Technologie und zeigt, wie Liebe soziale Strukturen zugleich stabilisieren und stören kann. Auf Basis von Feminismus, Marxismus, Psychoanalyse, Queer Theory und Posthumanismus sowie neuen Ansätzen wie Ökofeminismus und Ecosexuality erweitert der Kurs den Liebesbegriff über zwischenmenschliche Beziehungen hinaus. Anhand klassischer und zeitgenössischer Texte lädt er dazu ein, Liebe als dynamische Kraft zu denken, die Individuen und ihr soziales, politisches und ökologisches Umfeld prägt.

Der Kurs kombiniert Vorlesungen und Seminare. Die Vorlesungen führen in zentrale theoretische Konzepte und historische Perspektiven ein, während die Seminare Raum für vertiefte Diskussionen bieten. Zusätzliche Methoden umfassen: die intensive Lektüre von Texten, Studierendenpräsentationen, Gruppenarbeit sowie ein abschließendes Forschungsprojekt oder eine wissenschaftliche Arbeit. Multimediale Ressourcen (Filme, Podcasts, Online-Materialien etc.) können ergänzend zu den Lektüren und Vorlesungen eingesetzt werden.

Die Bewertung des Kurses setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen:
• Anwesenheit und Teilnahme (10%)
• Reflexionsessays (30%)
• Präsentation (20%)
• Abschlussklausur oder Seminararbeit (40%)

• de Beauvoir, Simone. The Second Sex. London: Jonathan Cape, 1953.

• Federici, Silvia. Caliban and the Witch: Women, the Body and Primitive Accumulation. New York: Autonomedia, 2004.

• Firestone, Shulamith. “Love” and “The Culture of Romance.” In The Dialectic of Sex: The Case for Feminist Revolution. New York: William Morrow, 1970.

• Foucault, Michel. The History of Sexuality, Volume I: An Introduction. New York: Pantheon Books, 1978.

• Halperin, David M. “Queer Love.” Critical Inquiry 45, no. 2 (2019).

• Hochschild, Arlie Russell. The Managed Heart: Commercialization of Human Feeling. Berkeley: U of California P, 1983.

• Illouz, Eva. Consuming the Romantic Utopia: Love and the Cultural Contradictions of Capitalism. Berkeley: U of California P, 1997.

• Irigaray, Luce. I Love to You: Sketch of a Possible Felicity in History. New York: Routledge, 1996.

• Lorde, Audre. “Uses of the Erotic: The Erotic as Power.” In Sister Outsider: Essays and Speeches. Trumansburg, NY: Crossing Press, 1984.

• Plato. Symposium. Indianapolis: Hackett, 1989.

• Rougemont, Denis de. Love in the Western World. Princeton, NJ: Princeton UP, 1983.

siehe Termine
Gruppe Anmeldefrist
01.09.2026 00:00 - 21.09.2026 23:59
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