847136 PJ Entwerfen 3
Sommersemester 2026 | Stand: 03.03.2026 | LV auf Merkliste setzenDie Studierenden sind in der Lage, integrative Entwurfs- und Planungsaufgaben zu bewältigen. Sie können selbstständig und in reflektierter Weise ein architektonisches Konzept formulieren, mit dem Diskurs in Verbindung setzen und in unterschiedlichen Maßstäben umsetzen. Sie verfügen über spezifisches Methodenwissen und Fertigkeiten zur Integration von ästhetischen, funktionellen, programmatischen, urbanen, typologischen, technischen und ökologischen Aspekten.
„Hallo Quartier Rossau“; ein 1:1 Reallabor
Keywords: Stadtraum / temporäre Architektur / Architektur als Kommunikationsraum / zirkuläres Bauen / klimaneutrale Stadt / Pavillon / Adaptierbarkeit / Ikonographie und Architektursymbolik / Aneignungsoffenheit / kooperative Planung
Ort / Kontext: Das Entwurfsstudio beschäftigt sich mit dem Gewerbegebiet Rossau in Innsbruck, einem funktional hochgradig optimierten Stadtraum mit geringer öffentlicher Präsenz. Trotz wirtschaftlicher Dichte und nahezu fehlendem Leerstand ist die Rossau kaum als öffentlicher Raum lesbar. Das Gebiet ist primär vom motorisierten Verkehr geprägt; Nutzer:innen sind vor allem Unternehmer:innen, Mitarbeitende und Durchfahrende. Öffentlichkeit im klassischen Sinn ist hier kaum vorhanden und muss als räumliche Qualität erst erzeugt werden.
Die Aufgabe entsteht auf Grundlage der seit 2022 laufenden „Standortoffensive Rossau“ in Kooperation mit dem Quartiersmanagement Rossau und der Stadt Innsbruck (-> Pionierstadt: Mission klimaneutrale Stadt).
Der Entwurf bewegt sich damit in einem realen politischen, wirtschaftlichen und institutionellen Kontext und versteht dabei Architektur als Vermittlungsort zwischen einer zukunftsorientierten sowie sozial- und ökologisch nachhaltigen Stadtentwicklung, Unternehmer:innen, Grundstückseigentümer:innen und den Bürger:innen. Zentral ist dabei das Verständnis von Architektur als Kommunikationsraum. Architektur wird nicht als autonomes Objekt, sondern als räumliche Infrastruktur für Austausch, Sichtbarkeit und Vermittlung begriffen. Untersucht wird, wie Architektur Kommunikation unterstützen und in einen Stadtraum tragen kann, der bislang primär funktional organisiert ist. Der Entwurf zielt darauf ab, der Rossau und ihrer Themenlandschaft eine neue Form von Öffentlichkeit zu verleihen, ohne ihre wirtschaftliche Logik zu negieren.
Aufgabenstellung / Ziele: Unter dem Arbeitstitel „Hallo Quartier Rossau“ entwickeln die Studierenden eine architektonische Struktur oder ein System, das als sekundäres Element im Stadtraum agiert. Gemeint sind ergänzende, temporäre oder hybride Eingriffe, die nicht dominant auftreten, sondern bestehende Nutzungen rahmen, überlagern oder neu lesbar machen. Diese Interventionen – sei es in Form von Stadtmöbeln, räumlichen Setzungen oder durch die Umdeutung und Aneignung bestehender gebauter Räume im Sinne von Leerstand oder Zwischennutzung – können als kommunikative Initialzündung fungieren, die sich im Laufe der Zeit verstetigt, weiterentwickelt oder dauerhaft verankert.
Ein wesentliches Kriterium ist dabei die Multiplizierbarkeit, Weiterbaubarkeit und Aneigenbarkeit des Entwurfs.
Architektur wird als offenes, prozesshaftes System gedacht, das an unterschiedlichen Orten im Quartier eingesetzt, angepasst und von verschiedenen Akteuren genutzt werden kann. Fragen von Betrieb, Programmierung und institutioneller Einbindung sind Teil des architektonischen Konzepts.
Die Ziele der klimaneutralen Stadt sind integraler Bestandteil des Entwurfs. Ökologische Aspekte sollen nicht nur funktional erfüllt, sondern räumlich und konstruktiv kommuniziert werden. (Klimaresilienz, Mobilität, erneuerbare Energien, energetisch Sanierung) Architektur fungiert dabei als Medium, das ökologische Prozesse sichtbar macht und in den Alltag des Quartiers übersetzt.
Zum Abschluss des Semesters werden die entwickelten Konzepte gemeinsam mit Vertreter:innen des Quartiersmanagements sowie der Stadt Innsbruck reflektiert und diskutiert. Darauf aufbauend entsteht ein Strategiepapier für das nächste Semester, das als Grundlage für eine vertiefte Weiterentwicklung des Entwurfs sowie für eine mögliche bauliche Intervention im Stadtraum (DesignBuild-Projekt) dient. Die konkreten Inhalte und Schwerpunkte werden im Verlauf des Semesters gemeinsam entwickelt.
Methoden / Formate: Mapping, Inputvorträge / Referate, Stadtspaziergänge, Modellbau, Skizzen, Pläne, Fotografien, Collagen / Assemblagen
Arbeitsweise / Zeitplan: Studenten bearbeiten das Entwurfsthema zu zweit (Teamarbeit). Entwurfsbesprechungen und Vorlesungen zu spezifischen Themen finden im 2-Wochen-Rhythmus statt zu folgenden Terminen:
Lehrveranstaltungsprüfung gemäß § 6 Satzungsteil, Studienrechtliche Bestimmungen.
Wird im Rahmen der ersten Lehrveranstaltung besprochen.
Für die dazugehörigen Fächer ist keine gesonderte Anmeldung nötig, diese Anmeldung erfolgt automatisch.
Informationen zu den Anmeldungen an der Archtektur finden Sie hier
| Gruppe | Anmeldefrist | |
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847136-0
847136-0 |
01.02.2026 08:00 - 21.02.2026 23:59 | |
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Hinweis: Nur für QuereinsteigerInnen. Bitte beachten Sie, dass Sie die Voraussetzungen lt. Curricum erfüllen. Für die dazugehörigen Lehrveranstaltungen ("SE Konzept und Methoden des Entwurfs" sowie "SE Vertiefter Entwurf") werden Sie automatisch angemeldet. |
Rothkopf S. |