847388 EP Entwurfsstudio 2

Sommersemester 2026 | Stand: 10.03.2026 LV auf Merkliste setzen
847388
EP Entwurfsstudio 2
EP 5
10
wöch.
jährlich
Deutsch

In diesem Entwerfen erwerben und vertiefen die Studenten ihre Kenntnisse und Erfahrungen mit zeitgenössischen und fortschrittlichen urbanen und architektonischen digitalen Designprozessen. Erfolgreiche Studenten organisieren, konzeptualisieren und entwickeln ihre Entwurfsarbeit im Rahmen eines vorgegebenen Entwurfsauftrags, wobei sie ihr Projekt durch alle Entwurfsstadien von der frühen Forschung bis zu repräsentativen Zeichnungen und Modellen führen, um ihren endgültigen Entwurf ihren Kommilitonen, eingeladenen Juroren und einem öffentlichen Publikum zu präsentieren.

DEEP SURFACES | PERMEABLE DEVICES
Interfaces for Encoding and Decoding Architectural Space

DEEP SURFACES / PERMEABLE DEVICES ist ein kollaboratives Forschungslabor zur Generierung neuer Typologien und Topologien, ausgehend von einem neuartigen Design- und Modeling-Interface-Environment namens CLOUDER.

Im Zentrum des Entwurfsstudios steht Architektur als generatives Interface zwischen tektonischen Systemen, geometrischer Logik und digitalen Entwurfsprozessen. Das Studio versteht Gebäude nicht als statische Objekte, sondern als dynamische räumliche Systeme, die Beziehungen zwischen Volumen und Daten, Material und Klima, Nutzung und Bewegung sowie zwischen Gästen, Nachbarschaft und Stadt organisieren. Gesucht ist eine Intervention im urbanen Alltag, die kulturelle Szenarien als narratives Werkzeug einbezieht.

Der Entwurf ist am konkreten Standort der Jugendherberge Innsbruck verankert, einem urban aufgeladenen Ort zwischen Infrastruktur, Tourismus, alltäglichem Stadtleben und lokaler Kultur. Der Ort wird nicht nur als Grundstück mit einem Bestandsgebäude, das in den Entwurf einbezogen werden muss, sondern als volumetrisches Feld sozialer, klimatischer und räumlicher Kräfte verstanden: Bestand, Lärm, Bewegungsströme, Blickbeziehungen, Mikroklima, Dichte und sozio-kulturelle Aktivität werden mittels 3D-Scanning, Simulation und Mapping analysiert und direkt in den Entwurfsprozess integriert.

Die Aufgabe besteht in der Entwicklung einer neuen Jugendherberge, die nicht als isoliertes Beherbergungsgebäude, sondern als urbaner Katalysator gedacht ist: als sozialer Verdichter, kulturelle Schnittstelle und räumliche Plattform für den Austausch zwischen Reisenden und der lokalen Bevölkerung. Neben den Unterkunftsfunktionen müssen gezielt öffentlich wirksame Programme integriert werden – Cafés, Gastronomie, Sport- und Bewegungsangebote, kulturelle Räume, Werkstätten, Coworking-Bereiche sowie öffentlich zugängliche Höfe, Terrassen und urbane Innenräume. Das Gebäude wird so zu einem gemeinsamen Stadtraum, in dem temporäres Wohnen, Alltag sowie lokale und internationale Kulturen ineinandergreifen.

Ein zentrales Entwurfsthema ist die Entwicklung transformierbarer Wohneinheiten, die sich räumlich, strukturell und programmatisch von individueller Nutzung bis hin zu gemeinschaftlichem Wohnen mit bis zu acht Personen anpassen lassen. Diese Anpassungsfähigkeit wird nicht allein durch die Möblierung gelöst, sondern ist in Volumenorganisation, Tragstruktur, Fassadentiefe, Erschließung, technischen Schichten und klimatischen Pufferräumen architektonisch verankert. Wohnen wird als veränderbarer Zustand verstanden, der kontinuierlich neu ausgehandelt wird.

Methodisch beginnt das Studio nicht mit einem Grundriss, sondern mit der Entwicklung einer Fassade, die keine Oberfläche ist, sondern ein räumliches Volumen. Diese „dicke Fassade“ (“deep surface”, “poche”) fungiert als bewohnbares, performatives System, das Klima, Struktur, Nutzung, Bewegung und Stadt vermittelt. Sie bildet den ersten architektonischen Prototypen – den genetischen Kern, aus dem sich das gesamte Gebäude entwickelt.

Das bestehende Gebäude wird dabei in die Überlegungen einbezogen. Eine Bestandsanalyse in Bezug auf Material, Fügung, Konstruktion, Tektonik, Zirkularität sowie vor allem im Hinblick auf vorhandene räumliche Qualitäten und Re-Use-Potenziale bildet den Ausgangspunkt für die Entwicklung nachhaltiger Erweiterungsstrategien.

Besonderes Gewicht erhält der Umgang mit Material und Zeit. Verwitterung, Alterung, Patina und Materialveränderung werden nicht als Mängel betrachtet, sondern als produktive Entwurfsparameter, die architektonische Tiefe, Ornamentik und atmosphärische Differenz erzeugen. Das Gebäude wird als Prozess entworfen, nicht als fertiger Zustand.

Das Studio arbeitet mit dem volumetrischen Entwurfssystem CLOUDER und individuell angepassten Point-Cloud-Workflows pro Studierende. Der Ort wird als Datensatz erfasst, in funktionale und atmosphärische Cluster überführt und in mehrschichtigen Notationssystemen codiert. Jeder Punkt speichert Informationen zu Geometrie, Material, Struktur, Nutzung, Klima und Fertigungslogik. KI-basierte Transformationen erzeugen räumliche und tektonische Muster, die anschließend in konkrete architektonische Systeme übersetzt werden. Entwerfen wird so zu einer Form des räumlichen Programmierens von Dichte, Porosität und Schwellenräumen.

Die Arbeitsweise des Studios ist explizit kollaborativ ausgerichtet. Studierende arbeiten in Teams, teilen Datensätze, Modelle, Methoden und Entwurfsstrategien, diskutieren kontinuierlich in offenen Reviews und entwickeln Projekte im Austausch miteinander weiter. Das Studio funktioniert als offenes Labor, in dem Experiment, Analyse, Erkenntnis, Anpassung und Iteration als produktive Bestandteile des Entwurfsprozesses gelten. Ziel ist die Entwicklung innovativer Entwurfsstrategien und experimenteller Gebäudetypologien und -formen.

Alle Projekte bewegen sich innerhalb eines maximalen Volumens von 30 × 30 × 30 Metern. Dieser Maßstab ermöglicht hohe urbane Dichte und programmatische Komplexität bei gleichzeitig maximaler tektonischer und konstruktiver Auflösung bis zur Ebene der Fügung. Diese Begrenzung ist keine Einschränkung, sondern ein Auflösungsrahmen, in dem volumetrisches Entwerfen, datenbasierte Methoden und architektonische Tektonik präzise miteinander verknüpft werden können.

Micro / Macro Permeable Devices versteht Architektur nicht als Objekt, sondern als System, als soziale und räumliche Infrastruktur, als Medium des Austauschs – und als experimentelles Werkzeug, um neue Formen urbanen Zusammenlebens zu entwerfen

Lehrveranstaltungsprüfung gemäß § 6 Satzungsteil, Studienrechtliche Bestimmungen.

Informationen zu den Anmeldungen an der Archtektur finden Sie hier

siehe Termine
Gruppe 0
Datum Uhrzeit Ort
Di 03.03.2026
10.30 - 12.30 eLecture - online eLecture - online i.sd Kick-Off (Zoom)
Do 05.03.2026
13.00 - 17.00 i.sd Seminarraum i.sd Seminarraum INTRO
Do 12.03.2026
13.00 - 17.00 i.sd Seminarraum i.sd Seminarraum
Do 19.03.2026
13.00 - 17.00 i.sd Seminarraum i.sd Seminarraum
Do 26.03.2026
12.30 - 16.30 i.sd Seminarraum i.sd Seminarraum 1.PIN UP
Do 16.04.2026
13.00 - 17.00 i.sd Seminarraum i.sd Seminarraum
Do 23.04.2026
13.00 - 17.00 i.sd Seminarraum i.sd Seminarraum
Do 30.04.2026
12.30 - 16.30 i.sd Seminarraum i.sd Seminarraum MIDREVIEW
Do 07.05.2026
13.00 - 17.00 i.sd Seminarraum i.sd Seminarraum
Mi 13.05.2026
13.00 - 17.00 eLecture - online eLecture - online Online via Zoom
Do 21.05.2026
13.00 - 17.00 i.sd Seminarraum i.sd Seminarraum
Do 28.05.2026
12.30 - 16.30 i.sd Seminarraum i.sd Seminarraum 2.PIN UP
Mi 03.06.2026
13.00 - 17.00 eLecture - online eLecture - online Online via Zoom
Do 11.06.2026
13.00 - 17.00 i.sd Seminarraum i.sd Seminarraum
Do 18.06.2026
12.30 - 16.30 i.sd Seminarraum i.sd Seminarraum FINALS
Do 25.06.2026
09.00 - 17.00 i.sd Seminarraum i.sd Seminarraum CROSS REVIEW
Gruppe Anmeldefrist
01.02.2026 08:00 - 21.02.2026 23:59
Neumayr-Beelitz R., Rutzinger S., Schinegger K., Schlusche J.