645620 VU Modernisierung und Medialität: Verwundbarkeit und Für_Sorge. Kulturanthropologische Perspektiven

Sommersemester 2020 | Stand: 06.03.2023 LV auf Merkliste setzen
645620
VU Modernisierung und Medialität: Verwundbarkeit und Für_Sorge. Kulturanthropologische Perspektiven
VU 2
5
wöch.
jährlich
Deutsch

Aufbauend auf Grundkenntnissen der Wissens- und Körperanthropologie erlernen die Studierenden das kulturanthropologische Argumentieren in Kontexten von Pflegepraktiken und Verwundbarkeit; darüber hinaus erarbeiten sich die Studierenden Grundkenntnisse einer Anthropologie der Ethik. Sie sind in der Lage, eigenständige Fragestellungen und Forschungsthemen in diesen Feldern zu formulieren und zu bearbeiten.

Praktiken der Für_Sorge (das heißt: Praktiken, die sich dem Leben, Überleben und Wohlbefinden eines/r Anderen annehmen) weisen auf eine grundsätzliche Verwundbarkeit/Prekarität (menschlicher) Existenz, auf eine unhintergehbare Abhängigkeit des Lebens von Anderen, aber auch von Ordnungen der Anerkennung, von Infrastrukturen, soziomateriellen Arrangements, von biopolitischen Regimen usf.: Weil wir verwundbar sind, können wir leben; weil wir leben, sind wir verwundbar. In dieser Perspektive zwingt Verwundbarkeit zum Überdenken der Ontologie des Körpers und des Individuums, der Grenzen unserer Existenz, des Verständnisses von agency, Veranwortung, Sozialität uvm.

Das Seminar widmet sich dem Verhältnis von Für_Sorge und Verwundbarkeit (vor allem in humanmedizinischen Kontexten) und fragt damit nach deren wechselseitiger Konstitution. Dabei steht im Zentrum der Betrachtungen vor allem das kulturanthropologische Potential der Analyse von Feldern der Prekarität, Für_Sorge, Verantwortung und Interdependenz.

 

 

Eines der zentralen Erkenntnisziele des Seminars ist die Frage, wie sich Situationen von äußerster Prekarität ethnographisch erforschen lassen. Neben praxis- und diskursanayltischen Verfahren, sowie der Methodologie der science and technology studies, wird dabei insb. „sensory ethnography“ eine zentrale Rolle einnehmen.

regelmäßige Teilnahme; vorbereitende Seminarlektüre; eigenständige Themenfindung, -bearbeitung und -präsentation; Verschriftlichung dieses Themas in Form einer Hausarbeit (15 Seiten, Standartformatierung)

- Talal Asad (2000): Agency and pain: An exploration. In: Culture and Religion. An Interdisciplinary Journal 1/1, S. 29-60.

- Beate Binder u.a. (Hg.) (2019): Care. Praktiken und Politiken der Fürsorge. Ethnographische und geschlechtertheoretische Perspektiven. Opladen.

- Judith Butler (2009): Über Lebensbedingungen. In: Dies.: Krieg und Affekt. Zürich 2009, S. 11-52.

- Sandra Laugier (2016): Politics of Vulnerability and Responsibility for Ordinary Others. In: Critical Horizons 17, H. 2, S. 207-223.

siehe Termine
Gruppe 0
Datum Uhrzeit Ort
Do 23.04.2020
13.45 - 17.00 Container 1 Container 1
Do 30.04.2020
13.45 - 17.00 Container 1 Container 1
Do 07.05.2020
13.45 - 17.00 Container 1 Container 1
Do 14.05.2020
13.45 - 17.00 Container 1 Container 1
Do 28.05.2020
13.45 - 17.00 Container 1 Container 1
Do 04.06.2020
13.45 - 17.00 Container 1 Container 1
Do 18.06.2020
13.45 - 17.00 Container 1 Container 1
Do 25.06.2020
13.45 - 17.00 Container 1 Container 1