645616 VU Studienprojekt Angewandte Kulturanthropologie: Was geht auf dem Land? Engagement junger Menschen in ländlichen Räumen

Wintersemester 2026/2027 | Stand: 17.06.2026 LV auf Merkliste setzen
645616
VU Studienprojekt Angewandte Kulturanthropologie: Was geht auf dem Land? Engagement junger Menschen in ländlichen Räumen
VU 2
5
wöch.
jährlich
Deutsch

Die Studierenden verfügen über Expert*innwissen zur Ethnographien des Ländlichen und politischen Anthropologie sowie die Fähigkeit zur Anwendung auf einen konkreten Forschungsgegenstand. Sie sind in der Lage, ein eigenes Forschungsprojekts mittels qualitativer empirischer Methoden zu planen und durchzuführen. 

Junge Menschen, die auf dem Land leben, werden von Medien und Politik oft übersehen, als rückständig belächelt oder ihnen wird antidemokratisches Ressentiment unterstellt. Sie engagieren sich jedoch vielfältig gesellschaftspolitisch, etwa in der Freiwilligen Feuerwehr, in Sportvereinen oder im Umweltschutz. Im Lehrforschungsprojekt wollen wir am Beispiel des Grenzraums Tirol – Bayern untersuchen, wie junge Menschen Dörflichkeit leben und sich engagieren und wie sie Demokratie leben. Wir wollen Alltagspraktiken und Vergemeinschaftungsformen in Vereinen oder Freizeitaktivitäten in den Blick nehmen und erforschen, inwiefern in diesem Kontext Vielfalt und Toleranz gefördert werden und ob es andererseits zu Ausschlussprozessen kommt, die demokratische Teilhabe behindern. Zudem interessiert uns, wie sich demokratiebezogene Einstellungen formen und welche Rolle dabei die Einbettung in Traditionen, lokale Situiertheiten, Machtverhältnisse, transnationale Dynamiken und (digitale) Kommunikationsformen spielen. 

Nach einer lektürebasierten thematischen Einführung und einer auf die Bedürfnisse der Studierenden abgestimmten Vertiefung von Methodenkenntnissen wählen die Studierenden eigene kleine ethnographische Forschungsprojekte aus und führen diese eigenständig mit Hilfe von Interviews, teilnehmenden Beobachtungen und der Analyse von Quellen (z.B. Dokumenten, Medienerzeugnissen und Social Media Postings) durch. Der Forschungsprozess wird von der Dozierenden begleitet und durch zielgerichtete peer-to-peer Methodencoachings unterstützt, unter anderem durch regelmäßige Diskussionen der Zwischenergebnisse im Plenum. Am Ende des zweisemestrigen Lehrforschungsprojektes werden die Ergebnisse aufbereitet und sollen der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Die Lehrveranstaltung stellt den ersten Teil eines zweisemestrigen Lehrforschungsprojekts dar, das Einblicke in aktuelle am Institut laufende Forschungen bietet und die Möglichkeit für Studierende eröffnet, in eigenen kleinen Projekten Erfahrungen in ethnographische Feldforschung zu sammeln. Zur Vertiefung bietet sich der parallele Besuch des Seminars „Anthropologien des Politischen – aktuelle Texte“ an.

Input der Dozierenden, Lektüre von Texten, Gruppenarbeiten, angeleitetes aber selbständiges Forschen.

Lehrveranstaltungsbegleitend, kombiniert mündlich (Diskussionen und Input) und schriftlich (Dokumentation der eigenen Forschung):

vorbereitende Seminarlektüre, aktive Teilnahme an Diskussionen, Abgabe eines Kurzexposés zum eigenen Forschungsprojektes, mündliche Vorstellung des eigenen Forschungsprojektes, Abgabe eines Zwischen- und eines Endberichtes zum eigenen Forschungsprojekt

Alle Studienleistungen müssen erbracht werden und werden benotet. Die Endnote ergibt sich aus den Teilnoten. Ein erfolgreiches Bestehen der Lehrveranstaltung (5 ECTS) bedingt ein mindestens genügendes Erbringen aller Studienleistungen.

Kübler, Felicitas/Mießner, Michael/Naumann, Matthias. Die (ent-)politisierte Region. In: Ulrich Ermann, Malte Höfner, Sabine Hostniker, Ernst Michael Preininger und Danko Simic (Hg.): Die Region – eine Begriffserkundung, hg. v., Bielefeld: transcript Verlag, 2022, S. 49-58. https://doi.org/10.1515/9783839460108-005  

Schönwald, Antje (2015): ‘Alle an einem Strang? Zur Rolle von Identitäten und Stereotypen in der grenzüberschreitenden Kooperation’. In C. Wille (Hg.): Lebenswirklichkeiten und politische Konstruktionen in Grenzregionen: Das Beispiel der Großregion SaarLorLux: Wirtschaft – Politik – Alltag – Kultur. Bielefeld, Germany: transcript Verlag. https://doi.org/10.1515/9783839429273-007.

Trummer, Manuel/Decker, Anja (Hg.) (2020): Das Ländliche als kulturelle Kategorie. Aktuelle kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Stadt-Land-Beziehungen. Bielefeld: transcript.

siehe Termine
Gruppe 0
Datum Uhrzeit Ort
Mi 07.10.2026
13.45 - 15.15 52U105 52U105 Barrierefrei
Mi 14.10.2026
13.45 - 15.15 52U105 52U105 Barrierefrei
Mi 21.10.2026
13.45 - 15.15 52U105 52U105 Barrierefrei
Mi 28.10.2026
13.45 - 15.15 52U105 52U105 Barrierefrei
Mi 04.11.2026
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Mi 11.11.2026
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Mi 18.11.2026
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Mi 25.11.2026
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Mi 02.12.2026
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Mi 09.12.2026
13.45 - 15.15 52U105 52U105 Barrierefrei
Mi 16.12.2026
13.45 - 15.15 52U105 52U105 Barrierefrei
Mi 13.01.2027
13.45 - 15.15 52U105 52U105 Barrierefrei
Mi 20.01.2027
13.45 - 15.15 52U105 52U105 Barrierefrei
Mi 27.01.2027
13.45 - 15.15 52U105 52U105 Barrierefrei
Gruppe Anmeldefrist
01.09.2026 00:00 - 21.09.2026 23:59
Näser-Lather M.