408581 SE Arbeit erforschen
Wintersemester 2026/2027 | Stand: 18.06.2026 | LV auf Merkliste setzenCurr. § 8 (2) 4: Die Studierenden können aktuelle Entwicklungen im Bereich von Erwerbsarbeit theorie-geleitet empirisch untersuchen. Sie sind in der Lage, kleinere empirische Zugänge eigenständig zu entwickeln und umzusetzen, etwa in Form von Interviews, Fallanalysen oder Sekundäranalysen. Die daraus gewonnenen Einsichten können sie nutzen, um gesellschaftliche Strukturierungen von Arbeit - auf institutioneller, organisationaler, haushalts- oder subjektbezogener Ebene - soziologisch fundiert zu analysieren. Sie können forschungsethische Spannungsfelder erkennen, etwa im Kontext organisationaler Hierarchien oder prekärer Erwerbsformen, und sind in der Lage, diese in ihrer Forschungspraxis zu berücksichtigen.
Im Zuge eines Machtgewinns rechtspopulistischer und rechtsextremer politischer Akteure vollziehen sich seit einigen Jahren zahlreiche Übergänge von liberal-demokratischen zu illiberalen, autoritären und antidemokratischen politischen Regimen. In weiteren Ländern scheint ein solcher Übergang möglich oder wahrscheinlich.
Aufbauend auf einem Überblick über die inzwischen sehr umfangreiche Literatur zum Thema entwickeln die Teilnehmer:innen eine systemtheoretische Perspektive auf diese Entwicklungen. Den Ausgangspunkt dafür bildet Luhmanns breit rezipierte Soziologie des Verfahrens. Angefangen von Wahlen und Gesetzgebung über Gerichtsverfahren bis hin zu Parteibeschlüssen und Parteiverboten sind zahlreiche politische Prozesse in liberalen Demokratien als Verfahren angelegt. Verfahren sind wichtig dafür, wie sich Übergänge zu illiberalen Staatsformen vollziehen können; sie bilden Brennpunkte von diesbezüglichen politischen Auseinandersetzungen. Rund um politische Verfahren ranken sich zahlreiche mehr oder weniger formelle, mehr oder weniger öffentliche politische Kommunikationsprozesse, angefangen von parlamentarischen Reden über Pressemeldungen bis hin zu Social-Media-Postings. Das abstrakte Verfahrenskonzept wird mit einem konkreten Verständnis von Demokratie und einem breiten Blick auf politische und gesellschaftliche Prozesse verbunden, um verschiedenen Dimensionen des „Rechtsrucks“ nachzugehen.
Gruppenlektüre & Diskussion, schriftliche Aufgaben mit Peer-Feedback
Aktive Teilnahme; Hausarbeit, die sich mit einer selbstgewählten Fragestellung zu der im Seminar behandelten Thematik auseinandersetzt.
Luhmann, Niklas, Legitimation durch Verfahren. Frankfurt 1989
keine
- Fakultät für Soziale und Politische Wissenschaften
- SDG 4 - Hochwertige Bildung: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern
- SDG 5 - Geschlechtergleichstellung: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen
- SDG 10 - Weniger Ungleichheiten: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern
- SDG 16 - Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen
| Gruppe | Anmeldefrist | |
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01.09.2026 00:00 - 21.09.2026 23:59 | |